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- Baronie Dergelquell - Wei-IV-07
 
Kurzbeschreibung
Hoch im Norden gelegen ist Dergelquell eine kleine, wenig bedeutende Baronie. Der Finsterkamm schiebt seine Ausläufer tief in das Land hinein, das mit Wäldern und Wiesen bedeckt und weithin nur dünn besiedelt ist. Wenn durch die Baronie nicht einer der wenigen Pässe des Gebirges verlaufen würde, wäre sie wohl kaum in der Lage sich selbst zu versorgen. Denn der Boden ist karg und noch lange über den Winter hinaus hart gefroren und schwer zu bestellen; der Holzschlag ist nicht nur beschwerlich sondern aufgrund der ewig drohenden Gefahr auftauchender Orken für die einsamen Holzfäller äußerst gefährlich.
Einzig die saftigen Wiesen und Almen ermöglichen den Viehbauern ein vernünftiges Auskommen. So hat der Fall des Svelltschen Städtebundes die Baronie schwerer als viele andere getroffen, sind doch die Zolleinnahmen seitdem stark zurückgegangen. Während des Orkkrieges selbst wurde Dergelquell nahezu entvölkert, einzig das Perainekloster von Löe wurde durch ein göttliches Wunder vor den Augen der Schwarzpelze verborgen, als alle Wege die zum Kloster führten plötzlich zuwucherten. Bis heute hat man die Wege nicht vom Gebüsch und Unkraut befreit, so dass das Kloster nur aus dem unwegsamen Süden oder von erfahrenen Waldläufern erreicht werden kann. Alle anderen Siedlungen wurden damals dem Erdboden gleich gemacht, ja sogar die alte Feste Gramstein wurde bis auf die Grundmauern geschleift. Noch heute mahnen die schwarzgebrannten Überreste an den Füßen des Finsterkamms vor der noch immer dräuenden Gefahr.
Das Dergelquell sich nach dem Überfall dennoch wieder erheben konnte ist wohl in erster Linie den sturen und fatalistischen Menschen des Landes zu verdanken. Bald nachdem die Orken vertrieben worden waren, kehrten die Leute zurück zu ihren Häusern und begannen mit dem Wiederaufbau der Baronie. Auch die vielen Flüchtlinge aus dem Städtebund dürfen dabei nicht verschwiegen werden, die nicht zurück in ihre Heimat kehrten sondern sich hier ein neues Heim schufen. Zu dieser Zeit wurde Dergelquell von dem garetischen Baron Wulf von Streitzig zur Greifenklaue regiert, was der Baronie nicht eben zu Gute kam, da dieser verständlicherweise mehr um seine Stammbaronie Uslenried bemüht war und noch einen gehörigen Streit auslösen sollte. Denn als der jetzige Baron Grotjan von Ebelried-Streitzig, ein entfernter Vetter Wulfs, im Götterlauf 27 sein Recht als neuer Herrscher beanspruchen wollte, da verweigerte dieser ihm die Übergabe der Baronie, war er doch schließlich Herr dieser Lande. Weit über einen Götterlauf erstreckte sich der schleppend verlaufende Streit, bis endlich festgestellt wurde, daß Wulf als Vogt von Dergelquell gedacht war, bis das ein neuer Herrscher gefunden ward – ein dummer Schreiberling jedoch seinerzeit den Uslenrieder als Baron in das mittelreichsche Adelscalendarium eintrug - und endlich Grotjan in seine Lande einziehen konnte.
Während den zweiten weidener Unruhen blieb es um Dergelquell bemerkenswert ruhig. Weder hatte sich der Baron dem neuen und selbsternannten Herrn der Heldentrutz angeschlossen, noch huldigte er dem Usurpator Baeromar. Aufgrund der abgelegenen Lage der Baronie konnte sie aber auch Herzogin Walpurga keine großartige Unterstützung zukommen lassen. Auch Aufstände die in der Zeit vielerorten ausbrachen, blieben zur Gänze aus.
Heute blickt Dergelquell wieder auf etwas über 70 Einwohner und nicht weit von der alten Feste Gramburg wurde provisorisch ein neuer Baronssitz errichtet, ein Wehrgehöft, das von allen nur die "Holzburg" genannt wird. Im Osten wacht ein alter Wehrturm stumm über das Land, der schon seit vielen Jahrzehnten nicht mehr genutzt wird. Alte Geschichten sagen, daß der Turm einst, als Dergelquell noch nicht Teil des Mittelreiches war, von einem Magier errichtet wurde und das in manchen Nächten der Geist dieses Mannes dort umgeht, doch wirklich gesehen hat noch niemand dieses Gespenst. Als kleines Naturschauspiel darf wohl der Niederbach gelten. Der reißende Fluß findet in einem See sein Ende, der keinen offensichtlichen Abfluß hat. Das Wasser verschwindet unterirdisch und erzeugt einen gefährlichen Sog, der die Oberfläche des Sees leicht wirbeln lässt. Die tatsächliche Stärke des Sogs kann nur erahnt werden. Erst wenn man sich in den See begibt, wird die Ahnung zur bitteren Erkenntnis, die aber für die meisten zu spät kommt.
Viel mehr hat Dergelquell nicht zu bieten, und die meisten Fremden, die hierher kommen, sind dann auch nur Reisende und Händler auf dem Weg von oder nach Lowangen, die meist nur für eine Nacht in Papenburg absteigen und dem unwirtlichen Land am nächsten Morgen wieder den Rücken kehren.
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